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Alles Wichtige über die Paarung und Trächtigkeit von Bartagamen

bartagame paarung

Unter den richtigen Haltungsbedingungen können sich Bartagame im Terrarium auch paaren.


Um die Gesundheit der Eltern- und auch der Jungtiere nicht zu gefährden, ist es allerdings sehr wichtig, die richtigen Voraussetzungen für die Paarung und auch die Trächtigkeit zu schaffen. 

Wir haben Ihnen auf dieser Seite alle wichtigen Informationen zusammengefasst, die Sie bei der Bartagame Fortpflanzung berücksichtigen müssen.

Wann sind Bartagamen bereit für die Paarung?

Die meisten Bartagamen Weibchen werden mit einem Alter von 1 Jahr geschlechtsreif. Das ist auch der frühestmögliche Zeitpunkt, an dem Sie zwei Bartagamen für die Paarung zusammentun sollten.


Einige Arten werden bereits mit einem Alter von 6 Monaten geschlechtsreif.


Da eine Trächtigkeit aber eine große Anstrengung ist für die Tiere, sollten Sie es damit nicht überstürzen und einem Bartagamen Weibchen die Paarung in so jungen Lebensmonaten noch nicht zumuten.  

Die Bartagame Paarung: Balzverhalten und Paarungsakt  

bartagame fortpflanzung

Bartagame paaren sich etwa 3 bis 4 Wochen, nachdem sie ihre Winterruhe beendet haben. Die Männchen zeigen dies anhand eines sehr auffälligen Verhaltens.

Sie verteidigen ihr Territorium gegenüber anderen Bartagamen und beginnen mit dem Balzverhalten, das sich überwiegend durch ein Kopfnicken bemerkbar macht.

Bei einigen Bartagamen ist auch eine Schwarzfärbung des Bartes in dieser Zeit zu bemerken. Um die Geste des Kopfnickens zu verstärken, stellen sie manchmal noch ihren Rumpf auf.

Das Weibchen möchte das „aufgebrachte Männchen zunächst beschwichtigen.  Es reagiert auf diese Anbahnung mit einer Art Winken, das als Beschwichtigungsgeste zu verstehen ist.

Dieser Prozess kann sich eine ganze Weile wiederholen, bis das Weibchen schlussendlich für die Paarung bereit ist. Dies signalisiert es, indem der Kopf und der Oberkörper nach unten gesenkt werden. Hin und wieder ist auch zu beobachten, dass sich Männchen und Weibchen gegenseitig annicken.

Rückt der Paarungsakt dann näher, umkreist das Bartagamen Männchen sein Weibchen und zeigt ihm stolz seinen aufgestellten Bart.

Viele Halter, die einen solchen Akt zum ersten Mal beobachten, finden den Anblick etwas seltsam. Es handelt sich dabei aber um ein ganz normales Balzverhalten, das Sie nicht unterbrechen sollten.  

Aufstampfen der männlichen Bartagame auf dem Boden

Es kann während der Balzzeit immer wieder beobachtet werden, dass die männlichen Tiere mit den Vorderbeinen auf dem Boden aufstampfen. Es handelt sich dabei um ein Ritual, das sie immer wieder unterbrechen, um dann von vorne zu beginnen.

Die Paarung der Bartagame

Der eigentliche Paarungsakt der Bartagame beginnt mit dem Paarungsbiss. Das Männchen nähert sich dem Weibchen von der Seite und beißt es in den Nacken.

Das Männchen schiebt nun seine Kloake in die bissabgewandte Seite und provoziert das Weibchen, ebenfalls den Schwarz hochzuheben und dadurch die Kloake freizulegen.

Jetzt gelingt es dem Männchen, seinen Hemipenis einzuführen. Nach etwa 30 bis 60 Sekunden ist dieser Paarungsakt dann auch schon beendet.

Nach dem Paarungsakt

Beim Weibchen können durch den Nackenbiss kleine Wunden entstehen, die jedoch nur oberflächlich sind und leicht wieder verheilen können.


Für das Männchen ist der Paarungsakt eine enorme Anstrengung. Wundern Sie sich nicht, wenn es im Anschluss eine Weile fast apathisch im Terrarium liegt. Es braucht eine ganze Zeit, bis es sich wieder regeneriert hat.

Hinweis zur Befruchtung der Gelege und der Samenspeicherung

Einmal verpaart, sind Bartagamen Weibchen in der Lage, mehrere Gelege zu befruchten. Weibliche Wüstenechsen sind zu einer sogenannten Samenspeicherung fähig und können nach nur einer Paarung mehrere Gelege mit befruchteten Eiern erzeugen.

Unharmonische Paarungszeit und Trennung der Tiere

Nicht immer läuft die Paarung der Bartagame wie im Bilderbuch ab. Es kann passieren, dass das Männchen sein Weibchen bis zur Erschöpfung durch das Terrarium jagt und das Tier dadurch deutlich geschwächt wird.

Ebenso verhält es sich, wenn ein männliches Tier dem Weibchen permanent nachstellt oder der Paarungsakt sehr gewalttätig verläuft. In diesen Fällen sollten Sie die Tiere unbedingt trennen. Auch für die Männchen ist die gesamte Paarungszeit ein Kraftakt, was sich eben auch im Verhalten der Tiere – sowohl gegenüber anderen Bartagamen als auch gegenüber seinem Halter bemerkbar machen kann.  

Die Trächtigkeit bei Bartagamen Weibchen

Weibliche Wüstenechsen sind zwischen 3 und maximal 7 Wochen trächtig. In dieser Zeit müssen Sie die Tiere sehr gewissenhaft und sorgfältig pflegen und ihnen noch mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen, als üblich. Was Sie insbesondere beachten müssen, haben wir hier im Folgenden zusammengefasst.

Woran erkenne ich, dass meine Bartagame trächtig ist?

bartagame trächtig

Dass eine Bartagame schwanger ist, erkennen Sie erst eindeutig daran, dass sie zum Ende der Trächtigkeit merklich dicker wird. Oftmals sind die Eier unter der Haut auch gut sichtbar. 

Daneben neigen Bartagame, die trächtig sind dazu, sehr gierig bei der Futteraufnahme zu sein. Wenn Sie also ein solches Verhalten bei Ihrer Bartagame beobachten, dann deutet dies auf eine Trächtigkeit hin.

Auch wenn sich das Tier überwiegend an Sonnenplätzen bzw. in der Nähe der Wärmelampe aufhält, ist dies ein Hinweis auf eine Schwangerschaft.

Die Ernährung trächtiger Bartagamen

Die richtige Ernährung trächtiger Bartagamen Weibchen sollten Sie gut fördern. Sie müssen auf eine sehr hochwertige und abwechslungsreiche Fütterung achten.


Die Tiere haben jetzt einen entsprechenden Mehrbedarf an Vitaminen, Nähr- und Mineralstoffen. Neben den im Bereich der Ernährung beschriebenen Vitamin-Mineralstoffpulver sollten Sie dem trächtigen Tier unbedingt eine zerbröselte Sepiaschale zur Verfügung stellen.


Auch das flüssige Vitaminpräparat ist jetzt wichtiger denn je. Erhöhen Sie jetzt auch den Insektenanteil im Ernährungsplan. 


Auch wenn ansonsten Mäuse nicht auf den Ernährungsplan gehören, sind sie für trächtige Bartagamen Weibchen genau das richtige. Es ist zwar nicht zwingend erforderlich, aber hin und wieder eine Babymaus zu geben, kann die Vielfalt des Speisenplans während der Trächtigkeit erhöhen.

Das Verhalten der Weibchen während der Trächtigkeit

Trächtige Bartagamen zeigen eine starke Futtergier. Außerdem brauchen Sie in dieser Zeit sehr viel Wärme und verbringen aus diesem Grund auch sehr viel Zeit unter der Wärmelampe. Die Tiere werden zum Zeitpunkt der Eiablage hin immer dicker.


Sie können sogar von außen beobachten, dass sich einzelne Eier unter der Haut abzeichnen. Die Trächtigkeit stellt eine starke körperliche Belastung für Bartagamen Weibchen dar.


Die Eier nehmen sehr viel Raum in ihrem Körper ein und können sogar die Atmung beeinträchtigen. Um die Atemwege frei zu halten, sitzen die Weibchen dann oftmals mit einem erhobenen Oberkörper dar.  

Tipps: Das sollten Sie bei der Bartagamen Paarung beachten

Abschließend haben wir Ihnen an dieser Stelle noch ein paar Tipps zusammengestellt, was Sie bei der Paarung und der Trächtigkeit der Wüstenechsen beachten sollten.

Keine 2 Männchen während der Paarungszeit im Terrarium halten

Das Balzverhalten der männlichen Bartagame geht mit einem ausgeprägten Territorialverhalten einher. Sie sollten zu dieser Zeit also niemals zwei Männchen und ein Weibchen zusammen in einem Terrarium halten, was generell schon nicht empfehlenswert ist. Es kann zu schweren Beschädigungskämpfen zwischen den Tieren kommen und im Ernstfall sogar zum Tod.

Männchen stellen manchmal ihre Nahrungsaufnahme ein

Wie erwähnt, ist der Paarungsakt für männliche Bartagame sehr anstrengend. Das geht sogar so weit, dass sie für einige Zeit die Nahrungsaufnahme einstellen. Sie sollten das Männchen in dieser Zeit gut beobachten und darauf achten, dass es nach einigen Tagen wieder zu fressen anfängt. Sollte das nicht von allein geschehen, kann eine Trennung von Männchen und Weibchen helfen.

Woran Sie eine erfolgreiche Paarung erkennen

Die meisten Bartagamen paaren sich am Vormittag. Dadurch kann es passieren, dass berufstätige Halter es gar nicht mitbekommen, dass sich ihre Bartagamen gepaart haben. Um eine erfolgreiche Paarung zu erkennen, können Sie die Kloake der Tiere untersuchen. Befindet sich dort Sand, dann hat höchstwahrscheinlich eine Paarung stattgefunden.

Aggressivität gegenüber dem Halter

Es kommt zwar selten vor, jedoch sollten Sie es zumindest schon einmal gelesen haben. Durch die Kraftanstrengung während der Balz- und Paarungszeit kann es passieren, dass die Bartagame gegenüber ihrem Halter aggressiv wird. In aller Regel handelt es sich um ein vorübergehendes Verhalten, das schnell wieder nachlässt.

Gestresstes Weibchen während der Paarungszeit

Beobachten Sie gut das Weibchen während der Paarungszeit. Wirkt es gestresst, frisst es weniger oder zeigt es andere Verhaltensveränderungen? Dann sollten Sie es so schnell wie möglich vom Männchen trennen, das sein Weibchen vermutlich mit seinem Paarungsverhalten in Stress versetzt.

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